Deutsch-Französischer Kulturkreis Heidelberg

Deutsch-Französischer Kulturkreis Heidelberg

Vortrag in deutscher Sprache von Guilhem Zumbaum-Tomassi

Montpellier-Haus, Kettengasse 19, 69117 Heidelberg, Eintritt frei, Anmeldung 06221/16 29 69 oder per E-Mail an anmeldung@montpellier-haus.de

Nantes, 30. April 1598. An diesem Tag beendet Henri IV den Bürgerkrieg in Frankreich. Seit seiner Krönung 1594 sucht er nach einem Weg, um den Frieden in Frankreich wiederherzustellen. Mehrere Verfügungen, die heute als Édict de Nantes (1598) bekannt sind, beenden die Gewalt.

Inhaltich beschäftigen sich die Erlasse mit dem Wie der Aufarbeitung der Religionskriege. Dieser beginnt am 1. März 1562 mit dem Massaker von Wassy, als protestantische Kirchgänger von Katholiken unter dem Befehl des Duc de Guise niedergemetzelt werden. Bis 1598 kommt es auf beiden Seiten zu Massakern an der Zivilbevölkerung. Um zukünftig den Frieden zu gewährleisten, werden Protestanten und Katholiken aufgefordert, die Gewalttaten zu vergessen und darüber zu schweigen.

Der Vortrag kontextualisiert das Édict de Nantes in seine Zeit und geht der Frage nach, was genau mit den Formulierungen Mémoire, Oubli und Silence bei Henri IV vor 425 Jahren gemeint sein könnte.

Guilhem Zumbaum-Tomasi leitete zwischen 2020 und 2022 das Hugenottenmuseum Berlin. Als Historiker beschäftigt er sich mit der europäischen Historiographie und Erinnerungspolitik.

Eine Veranstaltung des Deutsch-Französischen Kulturkreises e.V. (dfk) in Kooperation mit dem Montpellier-Haus.